Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 20. Sonntag nach Trinitatis, dem 30. Oktober 2022 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 445 (Gott des Himmels und der Erden) 1 – 5

Gebet:
Du hast uns unter andere Menschen gestellt, für die wir da sind und die für uns da sind.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Markus 10, 2 – 16
Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. 3Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? 4Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. 5Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; 6aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. 7Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, 8und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. 9Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. 10Und daheim fragten ihn abermals seine Jünger danach. 11Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; 12und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe. 13Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. 14Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. 15Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. 16Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 295 (wohl denen, die da wandeln) 1 – 4

Text zum Nachdenken:
Hoheslied 8, 6 bis 7
Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, 7sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Das Hohelied Salomos und seine Stellung in der Bibel war seit jeher umstritten. Denn es ist eine Sammlung von Gedichten und Dialogen zwischen Sulamit und ihrem Liebhaber. Sie preisen gegenseitig ihre Schönheit, sprechen von ihrem Verlangen und dessen Erfüllung im schönen Garten. Gott kommt nur einmal darin vor, und diese Stelle ist umstritten. Seinen Platz in der Bibel konnte dieses Buch nur behaupten, weil man es allegorisch umgedeutet hat. Nicht zwei Liebende sind das Thema, sondern Gott und seine Gemeinde. Nun, es steht in der Bibel und wir müssen uns damit befassen. Es steht ja außer Frage, dass die Liebe und das geschlechtliche Verlangen mit die stärksten Triebfedern in unserem Leben sind. Wenn man sich sucht und dann auch findet, ist das Gegenüber der allerschönste Mensch überhaupt. Und wir, die ein verliebtes Paar sehen, freuen uns mit diesen beiden Menschen. Sogar dann, wenn uns manches an ihrem Verhalten eher komisch vorkommt. Und die Liebe soll ja auch für immer halten, bis der Tod sie scheidet. Aber sie ist ja auch bedroht. Wir Älteren wissen das, und die Zahl der Scheidungen spricht ihre eigene Sprache. Keine Partnerschaft bleibt so aufgeladen, wie sie es ganz am Anfang war. Denn die Liebe ändert sich, das Vertrauen und sich kennen wird größer und die Leidenschaft ruhiger. Keine lodernde Flamme mehr, sondern wärmende und dauerhafte Glut. Manchmal wird sie kalt. Wer sich gut kennt, weiß auch, wo man beim anderen die schmerzhaftesten Stiche setzen kann. Und deshalb ist die Liebe auch Arbeit an der Beziehung. Dass man sich zurücknimmt, sich in den anderen Menschen hineinversetzt, um die Liebe kämpft und so weiter. An dieser Stelle kommt etwas dazu, was wir spätestens seit Jesus wissen. Menschliche Liebe wird dann besonders stark, wenn sie in der Liebe Gottes aufgehoben ist. Denn er hat uns rückhaltlos lieb. Sogar seinen Sohn hat er für uns ans Kreuz gegeben. Seile Liebe verzeiht uns, damit wir auch den anderen Menschen vergeben können. Und er lässt uns nach jedem Fehler einen Neuanfang wagen. Und so gibt uns der Herr selber den Rückhalt, den wir in der Liebesbeziehung zu anderen Menschen brauchen.

Lied:
EG 407 (Stern, auf den ich schaue) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir, dass du uns zur Liebe fähig machst.
Wir bitten dich für alle Liebes- und Ehepaare, dass du ihnen die Freude aneinander erhältst und ihrer Zuneigung auch dann Bestand gibst, wenn sie auf eine harte Probe gestellt wird.
Hilf du uns bei den Problemen in unserem Land, denn sie werden immer größer.
Da ist die Müdigkeit deiner Kirche, der Krieg im Osten, die hohen Preise bei uns.
Gib, dass unser Staat die Kraft findet, das Heizen und Leben in diesem Winter für alle zu gewährleisten.
Gib uns durch deinen Geist die richtigen Antworten und Taten.
Tröste alle, die leiden.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind, damit sie dich in ihrem Schmerz nicht vergessen.
Unser Land beschütze nach innen und außen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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