Pfarrer Schertel: Hausandacht zu Christi Himmelfahrt, dem 14. Mai 2026 (Text)
Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:
Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.
Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.
Lied:
EG 499 (Erd und Himmel sollen singen), 1 – 3
Gebet:
Du bist bei uns, auch wenn wir dich nicht sehen können.
Dafür danken wir dir, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
Evangelium:
Lukas 24, 50 – 53
Jesus führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 51Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. 52Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 53und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)
Glaubensbekenntnis
Lied:
EG 123 (Jesus Christus herrscht als König), 1 – 4
Text zum Nachdenken:
Johannes 17/20-26:
Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. 22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. 24Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war. 25Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. 26Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Heute feiern wir Himmelfahrt. Aber ganz verschieden. Viele Männer ziehen in Gruppen los, haben einen Leiterwagen mit Bier dabei und lassen es sich gut gehen. Abends kommen sie dann müde und entspannt wieder heim. Und einigen geht es morgen früh gar nicht so gut.
Die Jünger hatte damals auch so eine Art Kater. Es war so schön mit dem Auferstandenen. Und so zogen sie mit Jesus auf einen Berg. Fröhlich und zufrieden. Aber Jesus wurde dort, nach ein paar Abschiedsworten, von einer lichten Wolke aufgenommen und war weg. Zurück zum Vater. Für immer unsichtbar. Da hatten sie plötzlich wieder diesen bohrenden Schmerz vom Karfreitag in sich. Alleine zu sein, ohne Jesus. Es dauerte, bis sie alles verstanden. An Pfingsten reden wir darüber.
Aber sie hatten auch Hilfen. Solche Sätze, wie die aus dem „hohepriesterlichen Gebet Jesu,“ die wir gerade gehört haben. Kurz vor seiner Gefangennahme hat Jesus gebetet. Für die Jünger und alle späteren Christen. So, wie im Tempel der Hohepriester für das ganze Volk eingetreten ist. Wenn alle in Jesus sind wird Gott durch ihn in uns sein. Auch, wenn man Jesus nicht sehen kann, ist er doch ganz bei uns. Viel dichter, als unsere Haut. Er stellt sich als der wahre Priester vor, der sich für uns geopfert hat. Also brauchen wir niemand, der zwischen uns und Gott vermittelt. Jesus selbst tritt vor Gott für uns ein. So können wir alle eins sein.
Freilich sind wir Christen nicht immer einig. Katholisch, freikirchlich, reformiert, oder Lutheraner. Alle gehen ihren eigenen Weg. Es gab mindestens zwei schwerwiegende Trennungen. 1066, als sich die östlichen und westlichen Kirchen voneinander schieden. Und die Reformation 1517. Wo ist da die Einheit? Und ja, man kann nicht zu allem Amen sagen, wenn es um die Wahrheit geht. Und dann schlägt man einen anderen Weg ein. Aber es gibt noch eine andere Einheit, die tiefer liegt. Denn sie ist nicht von Menschen gemacht. Sie kommt von Gott, der überall und in allen Konfessionen Menschen in seinen Dienst ruft. Die Theologen haben das früher die “unsichtbare Kirche“ genannt. Eine Einheit, die Geschenk ist. Weil Jesus Christus für uns gestorben ist, sind wir Gottes Kinder. Egal, wo wir konfessionell stehen. Und das ist die Einheit, um die Jesus gebeten hat. Im Augsburger Bekenntnis hat das Philipp Melanchthon so beschrieben: „Es wird auch gelehrt, dass allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muß, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden.“
Lied:
EG 251 (Herz und Herz vereint zusammen) 1 – 3 + 5
Gebet:
Gott, du bist immer bei uns.
Sei du bei uns mit deiner Gnade, deiner Hilfe und deinem Segen.
Wir bitten dich für alle Verzweifelten, dass sie dich erkennen und von dir Hilfe bekommen.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut, dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern, die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren, auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Lass uns mit allen Menschen gut auskommen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben, aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen
Vaterunser
Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen
Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)
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