Pfr. Schertel: Hausandacht am 16. Sonntag nach Trinitatis, dem 27. September 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. Ab Oktober versuchen wir es auch wieder in den Außenorten. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 641 (Halte zu mir, guter Gott) 1 – 2

Gebet:
Jesus, du hast uns die Gürte und Hilfsbereitschaft Gottes gezeigt. Hilf uns, im Guten und Bösen auf ihn zu vertrauen. Das bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Evangelium: aus Johannes 11
1Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. 3Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. 17Da kam Jesus und fand Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. 18Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19Viele Juden aber waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders.20Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb im Haus sitzen. 21Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 22Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. 23Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. 25Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; 26und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt. 38b Da kommt Jesus zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. 39Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen. 40Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42Ich wusste, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sagte ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen! 45Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 115 (Jesus lebt, mit ihm auch ich) 1 + 5

Text zum Nachdenken:
2. Timotheus 1, 6 – 10
6 Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände. 7Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 8Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes. 9Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, 10jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium, 11für das ich eingesetzt bin als Prediger und Apostel und Lehrer.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Vor allem der 7. Vers klingt ähnlich, wie die Aufforderung der Politiker und Ärzte in Coronazeiten. Nehmt euch zusammen und achtet auf die Hygiene- und Verhaltensregeln. Leider macht das nicht jeder. Aber bei Paulus ist es keine Aufforderung. Er und sein Mitarbeiter Timotheus müssen viel leiden. Christen waren damals unbeliebt und Paulus selbst ein Gefangener. Aber er erinnert Timotheus daran, daß er von Gott berufen ist und seinen Geist bekommen hat. Deshalb muß er sich dem Elend nicht geschlagen geben, sondern kann das tun, wozu Gott ihn befähigt: Kraft in der Not, Zuwendung zu anderen und in Panik muß man auch nicht geraten. Begründet wird diese Haltung bei Paulus durch das, was Gott an den Christen getan hat: Er hat sie berufen, nicht weil wir so besonders wären, sondern, weil er es so wollte und gnädig ist.
Die unangenehme Lage, in der sich Timotheus und Paulus befanden, ordnet er ganz niedrig ein. Denn das Wesentliche ist, daß Gott durch Christus den Tod überwunden und das ewige Leben bereitet hat.

Lied:
EG 407 (Stern, auf den ich schaue) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir für deinen Ruf, der uns zum Glauben gebracht hat. Gib uns Gelassenheit und Kraft, mit unseren eigenen und den Problemen anderer umzugehen.
Schenke uns offene Augen für die, die uns brauchen und mache uns nicht zu stolz, Hilfe anzunehmen.
Unser Land beschütze nach innen und außen.
Hilf uns, mit den vielfältigen politischen, ökologischen und Pandemieproblemen fertig zu werden.
Sei bei den Einsamen, Kranken und Trauernden.
Beschütze die verfolgten Christen und hilf den Menschen in Beirut. Lass die Verantwortlichen in der EU Lösungen für die schlimme Lage der Flüchtlinge in Griechenland angehen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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