Pfarrer Schertel: Hausandacht zum Sonntag Septuagesimä, dem 13. Februar 2022 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 334 (Danke, für diesen guten Morgen) 1 – 2, 4 + 5

Gebet:
Von dir kommt alles, was wir zum Leben brauchen. Dafür danken wir dir durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 20, 1 – 16:
1Jesus spricht: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. 3Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen 4und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. 5Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. 6Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? 7Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. 8Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. 9Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. 10Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. 11Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 12und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. 13Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? 14Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. 15Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? 16So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 342 (Es ist das Heil uns kommen her) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
Jeremia 9, 22 – 23
22So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. 23Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Es gibt viele Menschen, die sich rühmen. Sie sind stolz auf das, was sie erreicht haben, oder können. Und davon reden sie immer wieder und manchmal so arg, dass sie uns auf die Nerven gehen. Die beiden Verse aus dem Jesajabuch könnten ihnen, wenn sie uns bei der Begegnung einfielen, den Mund stopfen, oder? Doch so einfach ist es auch wieder nicht. Denn überall in der Bibel wird die Fähigkeit zu arbeiten gelobt und uns gesagt, dass jeder einzelne Mensch seine Begabungen von Gott hat. Und eine grundsätzliche Kritik am Reichtum finden wir auch selten in der Heiligen Schrift. Wohl aber mahnende Worte, wie wir mit unserer Kraft umgehen sollen. Jeremia, der Prophet, sagt zum Beispiel: Ein seinem Volk gibt es reiche, die das Ihre durch Betrug gewonnen haben, wie Vogelfänger ihre Beute: sie stellen Menschen Fallen, fangen sie und nehmen sie aus. Das will Gott nicht haben. Und den Reichen sagt Jesus, dass sie mit den Armen teilen sollen. So ist jede Gabe nicht Besitz, sondern Aufgabe und Verantwortung für andere Menschen. Jeremia geht es hier um etwas anderes. Der Prahlhans meint, dass er alles ganz alleine geschafft hat. Und er glaubt, dass es für ihn keine Grenzen und keine Ordnung gibt. Aber genau betrachtet, ist das Unsinn. Was wir sind und haben, kommt von Gott. Und wenn wir uns schon rühmen müssen, dann ist es besser, dies nicht zu vergessen. Und dann sind wir stolz darauf, bei Gott zu sein, ihn zu kennen und von ihm geliebt zu werden. Das ist ein Fundament fürs Leben, das immer trägt. Sogar dann, wenn unsere Kraft und unser Reichtum zu Ende gehen.

Lied:
EG 406 (Bei dir, Jesu, will ich bleiben) 1 – 4

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir für deine Güte, mit der du uns jeden Morgen neu empfängst und trägst.
Steh uns bei, mit den Folgen der Coronaviren fertig zu werden und lass uns, trotz unterschiedlicher Meinungen, den Kontakt zu anderen Menschen nicht verlieren.
Falle den Kräften in den Arm, die an einem kommenden Krieg arbeiten
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Lass sie deine Liebe und Treue erfahren.
Unser Land beschütze nach innen und außen. Gib, dass unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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