Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 12. Sonntag nach Trinitatis, den 27. August 2023 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 455 (Morgenlicht leuchtet) 1 – 3

Gebet:
Du kannst alle Not wenden.
Dafür danken wir dich, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen. `

Evangelium: Markus 7, 31 – 37
Und als er wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. 32Und sie brachten zu ihm einen, der taub und stumm war, und baten ihn, dass er die Hand auf ihn lege. 33Und er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel und 34sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! 35Und sogleich taten sich seine Ohren auf und die Fessel seiner Zunge löste sich, und er redete richtig. 36Und er gebot ihnen, sie sollten’s niemandem sagen. Je mehr er’s aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. 37Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 289 (Nun lob, mein Seel, den Herren) 1 – 2 + 4

Text zum Nachdenken:
Jesaja 29, 17 bis 24
Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. 18Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; 19und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. 20Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, 21welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen. 22Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. 23Denn wenn sie sehen werden die Werke meiner Hände – seine Kinder – in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. 24Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:

An was denken Sie beim Wort „Apokalypse“? Bestimmt an eine Katastrophe, den Krieg, eine Epidemie, oder andere schlimme Ereignisse. Das kommt, weil dies Vorstellung von den schrecklichen Bildern aus den letzten Tagen der Welt geprägt ist, wie sie Johannes in seiner Offenbarung darbietet. Aber sowohl das letzte Buch der Bibel, als auch die Apokalypse des Jesaja, über die wir nachdenken, sollen Angst machen. Sondern Trost spenden.
Im letzten Buch der Bibel war es die Christenverfolgung, die die Menschen verunsicherte. Bei Jesaja ist es die Belagerung Jerusalems, die Hemmungslosigkeit der Machthaber und die Unterdrückung der Armen durch korrupte Richter. Wie soll sich das ändern und wer kann etwas dagegen tun? Die Kraft eines einzelnen Menschen kann es nicht.
Das war damals so und ist es auch heute, wenn uns das Leid überrollt. „Mit unsrer Macht ist’s nicht getan“. Doch Jesaja und auch Johannes sehen noch etwas anderes. Da ist jemand, der die Verhältnisse ändert, die Tränen abwischt und die Not zum Ende bringt: Gott. Wo Wüste ist, wachsen Gärten, aus der Steppe grüner Wald, Kranke werden gesund, die Tyrannen stürzen und jeder findet sein Recht. Denn Gott will es so. Das ist auch immer wieder sichtbar geworden. Die verschleppten Jerusalemer kehrten aus Babylon zurück. Nach den Greueln der Diktatur und des Friedens ist es bei uns zu einem guten Staat gekommen. Und: Gott hat seinen Sohn geschickt, der uns aus Sünde und Tod erlöst. Aber das Paradies ist noch nicht da. Viel Dunkelheit umschattet uns. Menschen sterben auf tragische Weise. Andere haben Sorgen und wissen nicht, wie es weitergeht, und so weiter. Und doch haben wir auch schon gemerkt, dass Gott in der Not seine Flügel über uns ausbreitet. Wir müssen es nur sehen und uns daran erinnern. Dann bekommen wir die Kraft für den Alltag – auch, um im Schlimmen unseren Mann zu stehen.

Lied:
EG 294 (Nun saget Dank und lobt den Herren) 1 – 4

Gebet:
Unser Gott und Vater!
Mach uns bereit, nach deinem Willen zu leben.
Hilf uns, richtig auf die Probleme der Welt zu reagieren.
Du hast Menschen in die Welt gestellt, die uns regieren,
den Bundeskanzler Scholz, den Ministerpräsidenten Söder, die Bürgermeister und viele andere.
Hilf ihnen, das Rechte zu beschließen und zu tun.
Du kennst das Leiden der Welt.
Da ist die Müdigkeit deiner Kirche,
der Krieg im Osten,
die hohen Preise bei uns.
Gib, dass unser Staat die Kraft findet, die Fragen unserer Zeit anzugehen.
Gib uns durch deinen Geist die richtigen Antworten und Taten.
Tröste alle, die leiden.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben,
freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen,
die trauern, oder krank sind.
Dass sie dich immer wieder neu finden.
Amen

Vateruııser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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