Pfr. Schertel: Hausandacht zum Sonntag Kantate, dem 10. Mai 2020 (Text)

Ab heute dürfen wir wieder Gottesdienste feiern. In sehr eingeschränktem Umfang: ausschließlich in Illschwang um 9 Uhr, lediglich 30 Personen können in die Kirche. Wer zu spät kommt, kann dem Gottesdienst über die Außenlautsprecher folgen. Wir müssen Mundschutz tragen und sollen nicht singen. Manchen wird das nicht gefallen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Wenn Sie keinen Fernseh- oder Rundfunkgottesdienst ansehen möchten, sondern im Kreis Ihrer Familie gemeinsam eine Andacht halten möchten, habe ich hier einen Vorschlag:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 600 (Singt Gott, unserm Herrn) 1-3

Gebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, du sprichst durch dein Wort zu uns. Wir loben und preisen dich dafür durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Evangelium:
Lukas 19, 37-40
Und als Jesus schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! 40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 302 (Du meine Seele, singe), 1, 2, 8.

Text zum Nachdenken:
2. Chronik 5, 2-5, 12-14 vor.
Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des Herrn hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion. 3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist. 4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf 5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten. 12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen. 13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem Herrn. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den Herrn lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des Herrn, 14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus Gottes.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Der Sonntag heute heißt Kantate, auf Deutsch „singt“. Und wir fangen wieder an, ohne Lieder und ohne festliche Musik. Wie paßt unser Predigttext zur momentanen Lage? Nun, im Chronikbuch schauen sie zurück auf ein großes Ereignis der Vergangenheit: Die Einweihung des Jerusalemer Tempels durch Salomo.Über 300 Jahre war das her und nach der Niederlage gegen Babylon lag das Gotteshaus über Jahrzehnte in Trümmern. Man wird es wieder aufbauen. Das wissen die Leute. Und deshalb erinnern sie sich an das prächtige und musikalisch hochkarätige Fest Jahrhunderte früher.
Nun, wir mußten keine Dekaden auf unser Gotteshaus verzichten, sondern nur wenige Wochen. Aber die Konfirmation wurde verschoben, Karfreitag ohne Abendmahl und Ostern zu Hause, das war gar nicht schön. Es hat etwas gefehlt. So haben die Israeliten ihre Zeit ohne den Tempel auch empfunden. Unter Mühen wurde er in der folgenden Zeit wieder aufgebaut. Neubau, oder zumindest Renovierung des Lebens steht bei uns auch an. Schrittweise kehrt so etwas wie Normalität zurück, aber wir brauchen auch noch Geduld und Zurückhaltung. Doch vielleicht haben wir in den letzten Wochen auch etwas von dem erfahren, was im Chronikbuch steht: „Der Herr ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig“. Wir sind noch da und der Virus hat hier nicht gewütet. Ich habe nur von einer erkrankten Person erfahren. Und die hat das Schlimmste überstanden. Gott sei Dank. Und mir haben die letzten Wochen ein Gefühl der Entspannung gebracht. Das geht bestimmt vielen ebenso. Und man weiß auch wieder besser, was eigentlich wichtig ist.
Vielleicht lernen wir ja daraus: etwas ruhiger leben, das Wesentliche hoch halten und, wenn man die Berichte aus ökologischen Problemzonen liest, den eigenen Schadstoffabdruck klein halten. Manche Leute haben mir gesagt, es war auch schön, gemeinsam mit Kindern oder Eltern so eine Andacht zu gestalten.

Lied:
EG 602(Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn), 1-4

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir dafür, daß jetzt alles wieder besser wird und immer mehr Bereiche des Leben offen stehen.
Noch ist die Gefahr nicht vorbei. Gib uns Besonnenheit und Gelassenheit, mit den Einschränkungen zu leben. Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen. Verschone uns und unsere Lieben, die Nachbarn und die ganze Gemeinde.
Wir bitten dich für die, die schon infiziert sind: Hilf ihnen.
Gib, daß man schnell Therapien und Impfstoffe entwickeln kann.
Hilf den Menschen in allen Ländern, in denen der Staat zu ersticken droht.
Hilf auch denen, die durch die Beschränkungen in ihrem wirtschaftlichen Überleben bedroht sind.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren.
Gib, daß durch die Lockerungen nicht wieder in Gefahr geraten.
Hilf uns, jetzt das richtige zu tun, zu sagen und zu denken.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen

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