Pfr. Schertel: Hausandacht am drittletzten Sonntag des Kirchenjahrs, dem 8. November 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 447 (Lobet den Herren) 1 – 2 + 10

Gebet:
Gott, wir sind noch da. Dafür danken wir dir. Gib uns den Mut und die Gelassenheit, darauf zu warten, daß du in unser Leben einziehst. Amen

Evangelium: Lukas 17, 20 – 24 (26 – 30)
20Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; 21man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
22Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. 23Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher! 24Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 152 (Wir warten dein, o Gottessohn) 1, 2, 4

Text zum Nachdenken:
1. Thessalonicher 5, 1 – 11
1Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; 2denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. 3Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen. 4Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. 5Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 6So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. 7Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da betrunken sind, die sind des Nachts betrunken. 8Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. 9Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus, 10 der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben. 11Darum tröstet euch untereinander und einer erbaue den andern, wie ihr auch tut.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Der 1. Thessalonicherbrief ist das älteste Schriftstück, das uns im Neuen Testament erhalten ist. Paulus geht auf die Fragen der jungen Gemeinde ein. Besonders werden die Christen davon umgetrieben, wann der auferstandene Christus wiederkommt und was mit denen ist, die zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben sind. Paulus kann sie beruhigen. Wer im Glauben gestorben ist, wird keinen Nachteil haben. Christus wird die Toten auferwecken. Und was die Wiederkunft des Herrn betrifft, meint er, daß man auf das hektische Geschrei nicht hören soll. Dieser Tag wird unerwartet kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Doch kann man sich darauf vorbereiten, indem an nüchtern und wachsam ist und sich gegen alles Böse mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe, sowie dem Helm der Hoffnung und des Heils wappnet.
Unsere heutigen Ängste haben wenig mit dem jüngsten Tag zu tun. Sicher, auch wir können schneller vor unserem Herrn stehen, als wir denken. Aber uns bewegen mehr die Nöte unserer Zeit. Corona, zum Beispiel, die islamistischen Anschläge, der Klimawandel, oder persönliche Sorgen. Da gibt es auch viel Geschrei, wie damals auch. Friede und Sicherheit rufen die einen, Not und Gefahr die anderen. Wie gehen wir damit um? Paulus würde uns raten: Mache dich nicht verrückt, sondern bleibe nüchtern und wachsam. Und vor allem denk daran, daß dir Christus das Heil erworben hat. Bleibe im Glauben und vertraue auf den, der alles in der Hand hat. Auch dich und dein Leben. Dann kannst Du das Gute gewinnen und das Schwere tragen.

Lied:
EG 347 (Ach bleib mit deiner Gnade) 1 + 5 + 6

Gebet:
Barmherziger Gott!
Du kennst unsere Sorgen und Ängste. Rüste uns so aus, damit wir in ihnen nicht ertrinken. Denn du hast Gedanken des Heils über uns und nicht des Zorns.
Es wird weder schlimmer mit der Pandemie. Schütze uns und unser armes Land.
Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Hilf unseren Glaubensgeschwistern, die in vielen Ländern der Erde verfolgt werden.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren.Unser Land beschütze nach innen und außen.
Sei bei den Einsamen, Kranken und Trauernden.
Beschütze die verfolgten Christen und hilf den Menschen in Beirut. Laß die Verantwortlichen in der EU Lösungen für die schlimme Lage der Flüchtlinge in Griechenland angehen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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