Pfr. Schertel: Hausandacht am vorletzten Sonntag des Kirchenjahrs, dem 15. November 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 283 (Herr, der du vormals hast dein Land) 1 – 2 + 4

Gebet:
Gott, du willst, daß wir nicht nur glauben und reden. Hilf uns, das richtige zu tun und zu sagen. Durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Matthäus 25, 31 – 46
Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, 32und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? 39Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. 41Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. 44Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 149 (Es ist gewißlich an der Zeit) 1, 4, 5

Text zum Nachdenken:
Lukas 16, 1-8
Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Diese Geschichte ist verstörend. Hat der untreue Verwalter richtig gehandelt? Schließlich wird er am Ende gelobt. Dafür, daß er, als seine Betrügereien aufgeflogen sind, schnell die Schuldner seines Chefs zusammenruft und ihnen erhebliche Teile der Schulden erläßt. Und das Ganze noch durch Urkundenfälschung! So einen müßte Jesus doch bis in die tiefste Hölle verdammen. Am Ende dieser Verse spricht Jesus von den Kindern dieser Welt, die klüger sind, als die Kinder des Lichts. Er stellt also die, die keine besondere Beziehung zu ihm haben denen gegenüber, die an ihn glauben. Die Leute der Welt tun alles, um wieder auf die Füße zu kommen, wenn sie im Stürzen sind. Entschlossen und radikal. Und wir Christen sind oft so passiv. Auch, wenn es um das geht, was eigentlich angesagt ist. Vielleicht meint Jesus mit dieser Skandalgeschichte: Werde aktiv, wenn es nötig ist. Genauso, wie diejenigen aus dem Evangelium, die das Richtige getan haben.
Heute ist auch der staatliche Volkstrauertag. Sicher wird er stiller begangen als sonst: ohne Fahnenabordnungen, Böller und Musik. Aber wir sollten trotzdem an das denken, was in den letzten 106 Jahren alles geschehen ist: Zwei Weltkriege, die für unser Land zur Katastrophe wurden, die Verbrechen des Nationalsozialismus und die vielen Menschen, die jeden Tag in Kriegen sterben, oder weil sie aus politischen und rassistischen Gründen verfolgt werden. Da ist es nötig, daß wir in unserem Umfeld, aber auch unser Staat das Richtige tun und uns dem Unrecht zur Wehr setzen.

Lied:
EG 398 (In dir ist Freude in allem Leide) 1-2

Gebet:
Barmherziger Gott!
Du kennst unsere Sorgen und Ängste. Rüste uns so aus, damit wir in ihnen nicht ertrinken. Denn du hast Gedanken des Heils über uns und nicht des Zorns.
Es wird weder schlimmer mit der Pandemie. Schütze uns und unser armes Land.
Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen und hilf den Menschen in Beirut.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren.Unser Land beschütze nach innen und außen. Gib, daß unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Laß die Verantwortlichen in der EU Lösungen für die schlimme Lage der Flüchtlinge in Griechenland angehen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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