Pfr. Schertel: Hausandacht am Sonntag Judika, dem 29. März 2020 (Text)

In Illschwang und Umgebung läuten um 10 Uhr die Glocken. Ich lade Sie alle ein, zu dieser Zeit gemeinsam das Vaterunser zu beten.

Wenn Sie keinen Fernseh- oder Rundfunkgottesdienst ansehen möchten, sondern im Kreis Ihrer Familie gemeinsam eine Andacht halten möchten, habe ich hier einen Vorschlag:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

 

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 592 (Du schenkst uns Zeit)

Gebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, wir haben uns zu einem häuslichen Gottesdienst versammelt.
Die Entwicklungen in unserem Land verwirren uns. Zeige uns den Weg, wie wir mit dieser Krise umgehen können. Wir bitten dich: sei jetzt mitten unter uns.
Amen

Epistel:
Hebräer 5, 7-9:
7 Und Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8 So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. 9 Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Wochenlied
EG 76 (O Mensch bewein dein Sünde groß), 1-2

Text zum Nachdenken
Matthäus 7, 24-26
Jesus erzählte dieses Gleichnis: 24 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Unsere Welt ist kleiner und enger geworden. Zum einen, weil unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt wurde. Zu Hause bleiben, Kontakte zu Menschen außerhalb unserer Familie nur über das Telefon, oder in sicherem Abstand. Reisen sind gestrichen. Aber auch liebe Gewohnheiten, wie der Besuch der Chöre, der Kirche, oder des Wirtshauses sind verboten. Kinder sollen daheim bleiben und manche von uns dürfen nicht in die Arbeit. Das ist ungewohnt und führt zu Spannungen im Haus.
Dazu kommen noch die Sorgen. Sei es, weil man in der Kurzarbeit weniger Geld zur Verfügung hat, oder sogar die Firma auf dem Spiel steht. Und wir horchen vielleicht mehr in uns hinein. Ist es nur eine Erkältung, oder kommt der Virus auch zu uns? Im Landkreis Tirschenreuth ist es schon schlimm. In der Zeitung hat man auch schon vor den psychischen Belastungen unserer Situation gewarnt.
Es scheint fast so, als ob unser Lebenshaus auf dem Sand steht, der durch das Unwetter weggeschwemmt wird. Wir starren gelähmt auf die Schlange des Unheils, wie eine Maus auf ihren Feind. Die kann nicht einmal mehr weglaufen, so ist sie in sich und ihrer Angst gefangen.
Es hilft, wenn wir diese Fixierung auf uns verlassen. Schauen wir lieber auf Jesus Christus und seine Worte. Das gibt uns Geduld mit den Menschen zu Hause und Gelassenheit im Umgang mit ihnen. Das läßt uns die Sorgen ertragen. Und es zeigt uns, daß es neben dem, was uns niederdrückt, noch etwas anderes gibt. Nämlich den, der uns liebt – mehr, als sein eigenes Leben: Jesus. Und der ist bei uns, egal, was kommt. Denn ihn kann kein Sturm und Unwetter wegschwemmen. Bei ihm sind wir geborgen, im Guten und Schweren.

Lied
EG 361 (Befiehl du deine Wege), 1-4

Gebet:
Barmherziger Gott!
Die Krankheit kommt näher. Im Landkreis Tirschenreuth ist sie schon.
Wir danken dir, daß sie uns noch nicht erreicht hat. Verschone uns und unsere Lieben, die Nachbarn und die ganze Gemeinde.
Wir bitten dich für die, die schon infiziert sind: Hilf ihnen.
Gib, daß man schnell Therapien und Impfstoffe entwickeln kann.
Hilf den Menschen in Italien, Spanien und den anderen Ländern, in denen der Staat zu ersticken droht.
Schenke uns Geduld, wenn wir nun auf Haus und Familie beschränkt sind. Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren.
Hilf uns, jetzt das richtige zu tun, zu sagen und zu denken.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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