Pfr. Schertel: Hausandacht am ersten Sonntag im Advent, dem 29. November 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie den Adventskranz an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 1 (Macht hoch die Tür) in Auswahl

Gebet:
Dein Sohn Jesus Christus kommt uns entgegen. Mit seinen Worten und dem, was er getan hat. Gib uns offene Herzen für ihn. Durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Matthäus 21, 1 – 11
Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus 2und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sogleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir! 3Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. 4Das geschah aber, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Sach 9,9): 5»Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.« 6Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, 7und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. 8Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 10Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? 11Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 4 (Nun komm, der Heiden Heiland) 1, 2

Text zum Nachdenken
Sacharja 9, 9 f:.
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. 10Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Diese Worte verheißen Juda und Jerusalem Heil und Frieden. Denn Gott wird seinen Gesandten schicken und allen Kampfhandlungen ein Ende setzen, So braucht man in Zukunft weder Streitwagen, noch Kampfrosse. Seine Segensherrschaft wird sich über die ganze, damals bekannte Welt erstrecken. Diese Worte gaben denen Hoffnung, die aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten und das zerstörte Jerusalem wieder aufbauten. Wir wissen nicht genau, ob im 2 Teil des Buches Sacharja ein bestimmter, messianischer Herrscher gemeint war. Aber wir sehen, daß die gute Zeit nicht von irgendeinem Menschen wiederhergestellt wird, sondern von jemandem, der ganz deutlich in Gottes Auftrag kommt.
Die ersten Christen sahen diese Gestalt in Jesus verwirklicht. Und auch er stilisiert seinen Einzug in Jerusalem nach diesen Versen aus dem Alten Testament. Freilich war es der Einzug zu seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Nicht, um alle Kriegsherren in einer finalen Schlacht zu vernichten.
Wir heute vertrauen auf diesen Jesus. Sein Friedensreich hat für die schon begonnen, die an ihn glauben. Und wir vertrauen darauf, daß wir in unseren Nöten gut bei ihm aufgehoben sind. Heute fängt der Advent an, die Zeit des Wartens auf sein Kommen. Heuer steht er unter anderen Vorzeichen, als sonst. Da es nicht möglich sein wird, sind es vielleicht ruhigere Wochen. Und wir haben Zeit zum Nachdenken, was Christus für uns bedeutet, bzw. für uns getan hat. Und wir denken an die, die durch die Krankheit isoliert sind.

Lied:
EG 13 (Tochter Zion) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Du willst zu jedem Menschen kommen. Mache uns bereit für dich und deine Botschaft. Gib uns Mut, Geduld und Stärke im Glauben.
Laß uns den abgesagten Zerstreuungen nicht nachtrauern, sondern hilf uns, die Chance zu ergreifen, die in der größeren Ruhe liegt.
Es wird weder schlimmer mit der Pandemie. Schütze uns und unser armes Land.
Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen und hilf den Menschen in Beirut.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren. Unser Land beschütze nach innen und außen. Gib, daß unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Laß die Verantwortlichen in der EU Lösungen für die schlimme Lage der Flüchtlinge in Griechenland angehen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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