Pfarrer Schertel: Hausandacht zum letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem 20. November 2021 (Text)

Wir können wieder Gottesdienste feiern. Aber ich werde diese Hausandachten noch eine Weile fortsetzen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 147 (Wachet auf, ruft uns die Stimme) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott, wir leben in einer unerlösten Welt. Lass uns in aller inneren und äußeren Dunkelheit darauf vertrauen, dass du uns Heil und Segen bringst.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 25, 1 – 13:
Dann wird das Himmelreich gleichen zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und gingen hinaus, dem Bräutigam entgegen. 2Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. 4Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen. 5Als nun der Bräutigam lange ausblieb, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. 6Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen! 7Da standen diese Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen fertig. 8Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsre Lampen verlöschen. 9Da antworteten die klugen und sprachen: Nein, sonst würde es für uns und euch nicht genug sein; geht aber zum Kaufmann und kauft für euch selbst. 10Und als sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam; und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. 11Später kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, tu uns auf! 12Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 152 (Wir warten dein, o Gottes Sohn), 1 – 4

Text zum Nachdenken:
Jesaja 65, 17 – 25
Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich will Jerusalem zur Wonne machen und sein Volk zur Freude, 19und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25Wolf und Schaf sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Sie werden weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Am letzten Sonntag des Kirchenjahres denken wir an unsere Toten. Erinnerungen werden wach, an das, was sie gewesen sind – für uns und andere. Die Erinnerung macht uns froh, oder traurig – je nachdem. Und auch sonst haben wir vielleicht trübe Gedanken. Corona wird immer schlimmer, wir müssen uns auf Probleme einstellen. Ob es die Krankenhäuser sind, oder Lebensbeschränkungen. Es ist gar nicht schön. Auch die Menschen zur Zeit des dritten Jesaja hatten es nicht leicht. Sie kämpften nach der babylonischen Gefangenschaft mit dem Wiederaufbau des Landes. Sie sahen Kinder an Krankheiten sterben und Menschen in der Blüte der Jahre an Auszehrung. Es war auch nicht schön. Und da lässt Gott den Propheten von einer paradiesischen Welt reden, in der die Menschen satt und sorgenfrei alt werden. Sogar die Feindschaft zwischen Raubtieren und ihrer Beute soll aufhören. Eine Hoffnung, die wir heute vielleicht auch haben. Ohne Corona und vor allem, ohne die Trauer, die uns lähmt und schmerzt. Aber was davon soll wahr werden? Die Probleme der Welt werden immer größer, und wer schon einmal nahestehende Menschen verloren hat, weiß, wie lange es dauert, bis wir den Schmerz der Trennung überwunden haben. Deshalb sind für mich in diesem Text vor allem zwei Sätze wichtig: „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen“ und: “ es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören“. Es ist Gott, der auch in der übelsten Situation seine Nähe verspricht. Wir sind schon dann gut bei ihm aufgehoben, bevor wir beten. Paul Gerhardt hat in einem seiner Lieder geschrieben: „Wann oft mein Herz im Leibe weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: ‚Ich bin dein Freund und Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, mein Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle deine Schulden‘ .“ Diesen Trost und diese Hilfe können wir erbitten – und es wird auch so kommen.

Lied:
EG 37 (Ich steh an deiner Krippen hier), 1 – 5

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir denken an unsere Toten. Sei ihnen gnädig im Gericht und schenke ihnen das ewige Leben.
Wir bitten dich für alle, die um einen nahen Menschen trauern: lass sie deinen Trost erfahren.
Lass uns, aber auch die reichen Staaten und mächtigen Wirtschaftsleute, verantwortlich mit dem umgehen, was du uns gegeben hast.
Steh uns in der neuen Coronawelle bei.
Lass uns erkennen, woran unsere Zeit leidet und hilf uns, es besser zu machen.
Sei du auch bei denen, deren Wohnorte überschwemmt worden sind. Lass Hilfsmaßnahmen dort schnell greifen.
Beschütze uns und das ganze Land vor allen Gefahren.
Sei du bei den verzweifelten Menschen in Afghanistan und an der polnischen Grenze.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Lass sie deine Liebe und Treue erfahren.
Sei du bei denen, die im Sterben liegen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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