Pfr. Schertel: Hausandacht am 4. Sonntag nach Trinitatis, dem 5. Juli 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. In sehr eingeschränktem Umfang. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 503 (Geh aus, mein Herz), 1, 2, 15

Gebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, Du bist an jedem Tag bei uns. Wir bitten dich, lass unser Vertrauen zu dir fest sein. Durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Evangelium: Lukas 6, 36-42
Jesus spricht: 6 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. 38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen. 39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? 40 Ein Jünger steht nicht über dem Meister; wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister. 41 Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? 42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 412 (So jemand spricht, ich liebe Gott), 1-2

Text zum Nachdenken:
Römer 12, 17-21
Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. 18 Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5.Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« 20 Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, so gib ihm zu essen; dürstet ihn, so gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Die Überschrift über diesen und einige andere Gedanken hat Paulus so formuliert: Gebt eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott gefälliges Opfer hin. Das ist euer vernünftiger Gottesdienst. Und dann folgen Ratschläge zum Umgang miteinander. Dieser soll bescheiden, liebevoll und helfend sein. Das wissen wir eigentlich schon. „Liebe dienen Nächsten, wie dich selbst“, hat Jesus gesagt.
Neu ist der Gedanke des Apostels, dass diese Haltung den anderen gegenüber Gottesdienst ist. So wird das widergespiegelt,was wir von Gott bekommen an Liebe, Hilfe und so weiter. Was wir dann im Alltag machen, soll eine Antwort sein. In den letzten Monaten war zu merken, dass diese Botschaft in weiten Bereichen unseres Volks angekommen ist. Einkaufs- und Hilfsdienste für die Menschen, die unter den Ausgangsbeschränkungen wegen Corona litten, gab es überall, Und viele waren für ihre Nachbarn da.
Und trotzdem, ich fühle mich mit dem, was Paulus in unserem Abschnitt geschrieben hat, überfordert. Denn da geht es nicht nur um Nachbarn, oder fremde Menschen, sondern auch um die Feinde. Und das fällt mir nicht leicht. Sicher will ich mit jedermann Frieden halten. Aber bei einigen Leuten ist das Maß voll. Ich ertrage sie nicht. Und auch denen soll ich helfen? Und eine Gelegenheit, ihnen heimzuzahlen, auslassen? Sehr schwierig. Wahrscheinlich gibt es in Ihrem Leben auch solche Leute. Aber Paulus meint nicht, dass sie ungestraft davonkommen. Er will die Rache Gott überlassen. Und wenn uns das auch gelingt, ist es sogar eine Entlastung. Wir brauchen nicht mehr zu überlegen, wie wir es machen, dass der böse Nächste seinen Lohn bekommt.

Lied:
EG 495 (O Gott, du frommer Gott) in Auswahl

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir wollen dich auch für andere Menschen bitten: für deine Kirche, dass du Menschen zum Glauben und zum Dienst rufst.
Für unser Land, dass es die Folgen der Krise überwindet.
Für den Frieden zwischen uns und allen Menschen. Hilf uns geduldig und freundlich zu sein. Aber auch in der Welt, dass den unvernünftigen Machthabern ihre Grenzen gezeigt werden.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Gib, dass man bald Hilfe gegen die Coronaviren findet. .
Hilf unseren Glaubensgeschwistern, die in vielen Ländern der Erde verfolgt werden.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Lass sie deine Liebe und Treue erfahren.
Wir bitten dich für alles, was draußen wächst, für die Tiere in den Ställen und Stöcken und auf der Weide.
Hilf uns, jetzt das richtige zu tun, zu sagen und zu denken.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen

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