Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 15. Sonntag nach Trinitatis, dem 12. September 2021 (Text)

Wir können wieder in eingeschränkter Form Gottesdienste feiern. Aber ich werde diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 444 (Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne) 1 – 4

Gebet:
Du kennst unsere Sorgen, Ängste und Zweifel. Trotzdem hältst du uns fest.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 6, 25 bis 34:
Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. 33Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 369 (Wer nur den lieben Gott lässt walten) in Auswahl

Text zum Nachdenken:
Lukas 17, 5 bis 6
Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben! 6Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet so groß wie ein Senfkorn, dann könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und versetze dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Man kann, sagt uns die Wissenschaft, alles messen. Die Erfahrung zeigt, dass das nicht stimmt. Im zwischenmenschlichen Bereich ist das meistens nicht möglich. Vielleicht mussten Sie in der Schule Schillers Gedicht „Der Handschuh“ auswendig lernen. Die Königstochter zerstört die Liebe, als sie nach ihrer Größe fragt. Aber was ist mit dem Glauben? Kann man den messen? So groß, wie ein Apfel, oder eben wie ein Senfkorn? Die Jünger Jesu haben immer wieder gemerkt, dass ihr Glaube klein und angefochten ist. Sie konnten ohne Jesus niemand heilen, Petrus beginnt auf dem Wasser zu sinken und unter dem Kreuz hielt es keiner von ihnen aus. Also ein kleiner Glaube, noch weniger, als das Senfkorn. Und auch unser Glaube, also das Vertrauen auf Gott, ist häufig nicht so groß, wie wir es angesichts der Welt gerne hätten. Zum Bäume ausreißen langt es meistens nicht. Was meint Jesus mit diesem Wort? Dass wir uns gefälligst anstrengen sollen, mehr Glauben entwickeln und so weiter? Ich glaube, es ist eher anders herum. Du brauchst nicht viel Glauben, Es reicht ein winziges Körnchen, so klein, dass es jeder Spatz aufpicken kann. Denn es ist ja nicht nur das wichtig, was wir aufbringen. Sondern auch das, was uns von Gott her entgegen kommt. Denn Glaube ist auch die Beziehung zu unserem Herrn. Und der hat den Petrus aus dem Wasser gefischt, die Jünger nach Ostern aus der Depression geholt und macht auch heute noch Menschen gesund. Auch wenn unser Glaube noch so klein ist, Gott hält uns fest. Darauf kommt es an. Und dann können wir auch alle Hindernisse überwinden.

Lied:
EG 365 (Von Gott will ich nicht lassen), 1 – 4

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir dafür, dass du uns festhältst und niemals fallen lässt.
Hilf uns, auf dich zu vertrauen.
Bewahre uns vor neuen Ausbrüchen der Coronaviren.
Heute bitten wir dich besonders für Länder, in denen man die Pandemie nicht mehr bremsen kann.
Gib, dass aus unserem Land und anderen Staaten genügend Hilfe geschickt werden kann.
Lass uns erkennen, woran unsere Zeit leidet und hilf uns, es besser zu machen.
Wir bitten dich für uns und alle Christen: Stärke unser Vertrauen auf dich.
Gib uns den Mut dich zu bezeugen und hilf uns das Richtige zu tun.
Sei du auch bei denen, deren Wohnorte überschwemmt worden sind.
Lass Hilfsmaßnahmen dort schnell greifen. Beschütze uns und das ganze Land vor neuen Fluten.
Sei du bei den verzweifelten Menschen in Afghanistan.
Ganz besonders bitten wir dich für die Regierungen in Bund und Land.
Lass sie sich kompromisslos für das Wohl der Menschen einsetzen.
Hilf, dass sich Vernunft und Besonnenheit durchsetzen.
Schütze uns und unser ganzes Land.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind.
Lass sie deine Liebe und Treue erfahren. Sei du bei denen, die im Sterben liegen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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