Pfarrer Schertel: Hausandacht zum Sonntag Lätare, dem 27. März 2022 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 447 (Lobet den Herren, alle die ihn ehren) 1 – 3

Gebet:
Auch im Leiden bist du bei uns. Schenke uns Trost, wenn wir ihn brauchen. Durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Johannes 12, 20 – 24 (25-26):
Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. 22Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen’s Jesus weiter. 23Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (25Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben. 26Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.)
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 98 (Korn, das in die Erde) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
2. Korinther 1, 3 bis 7
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.“
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Zehn mal verwendet der Apostel Paulus in diesem kurzen Bibelabschnitt das Wort „Trost”, oder “trösten”. Vielleicht brauchen wir das ja in dieser Zeit besonders. Corona, Ukraine und manches andere Leid. Unsere Konfirmanden rotieren, weil heute die Prüfung ist. Oder jemand hat Angst vor einer Untersuchung oder Operation. Obwohl draußen der Frühling erwacht, sind wir manchmal doch sehr bedrückt. Diese Niedergeschlagenheit kannte der Apostel auch. Vor allem, wenn es um die Gemeinde in Korinth geht. Im Streit ist er von dort abgereist. Er war ihnen zu unbeholfen, gezeichnet von einer Krankheit und zu düster in dem, was er sagte. Da waren andere besser und verhießen ein Christenleben im Triumph, ohne Beschränkungen, aber mit Geistesgaben, Visionen und anderen schönen Dingen. Und das wäre ja auch etwas für uns. Wenn jetzt plötzlich alle Unsicherheit und Bedrückung zu Ende wäre. Bloß, weil wir Jünger Jesu sind. Aber das ist nicht unsere Wirklichkeit. Viel eher stehen wir an der Seite von Paulus und seinen Anfechtungen. Aber er konnte trotzdem noch Gott loben. Einmal sicher, weil er den Streit mit den Korinthern beilegen konnte. Zum anderen, weil er es erlebt hat: Trotz seiner Niedergeschlagenheit hat ihm Gott immer wieder geholfen. Und es waren Menschen da, die seine Nöte geteilt haben. Deshalb konnte er auch andere trösten. Vielleicht hilft uns das auch. Wenn einer bei uns bleibt und uns aushält, auch wenn er eigentlich davonlaufen wollte. Wenn wir beten und merken, das verpufft nicht in der Luft. Oder wir lesen Worte in der Bibel, wie das: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! 2Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: 3der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, 4der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 5der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler“ (Ps. 103, 1-5). Dann erleben wir es immer wieder: Gott hält uns fest an der Hand und er schickt auch immer Menschen, die für uns da sind.

Lied:
EG 376 (So nimm denn meine Hände) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir sind bestürzt über das, was in der Ukraine geschieht. Ein Krieg, Bomben, Panzer und Tote. Es wird immer schlimmer.
Auch bei uns ängstigen sich Menschen, weil sie Verwandte oder Freunde dort haben.
Wir bitten dich, lass wieder Frieden in diesem Land einkehren.
Hilf den Nachbarländern der Ukraine und uns, die Flüchtlinge aufzunehmen.
Schenke uns die nötige Gelassenheit wegen dem, was kommen mag.
Beschütze auch uns, falls sich diese Kämpfe auf andere Länder ausweiten und gib den Regierenden deinen Geist und die richtigen Pläne gegen das Unglück.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind.
Lass sie deine Liebe und Treue erfahren.
Unser Land beschütze nach innen und außen.
Gib, dass unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih und Frieden gnädiglich)

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