Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 9. Sonntag nach Trinitatis, dem 14. August 2022 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 432 (Gott gab uns Atem) 1 – 3

Gebet:
Du bist der größte Schatz, den wir haben.
Dafür danken wir dir durch Jesus Christus unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 13 44 – 46
Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. 45Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 397 (Herzlich lieb hab ich dich, o Herr) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
Matthäus 25, 14 bis 30
14Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort. 16Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn. 19Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. 21Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! 22Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen. 23Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! 24Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden. 30Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Manche Geschichten sind schwer zu ertragen. „Wer hat, dem wird gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden!“ Das hat Jesus in dieser Geschichte gesagt. Und, ist es nicht so in unserer Welt? Die Reichen werden reicher, und die in der Mitte und vor allem die am unteren Rand stürzen ab. Und auf den ersten Blick geht es ja so in diesem Gleichnis. Dem mit einem Zentner wird auch dieser genommen und dem zugeschlagen, der schon zehn hat. Ungerecht, oder?
Auf der anderen Seite hat der mit einem Zentner Silber genauso etwas vom Herrn empfangen, wie die anderen. Aber die beiden, die etwas erwirtschaften bleiben ziemlich farblos. Sie werden mit den selben Worten angeredet und ihre Antworten sind identisch. Der, um den es geht, das ist der Dritte. Er hat Misstrauen dem Herrn gegenüber. Aufbewahren will er, aber mehr nicht. Weil der Herr in seinen Augen ein übler Abstauber ist, der dort absahnt, wo er nichts eingesetzt hat. Also lieber das Silber verbuddeln, bevor was wegkommt.
Ich glaube, dass es dieses mangelnde Vertrauen ist, das den Herrn ärgert. Jesus geht es ja auch nicht ums Geldverdienen. Die Silberzentner heißen auf Griechisch Talente und von dort kommt die Bedeutung, die wir diesem Wort geben. Es steht für die Begabungen und Fähigkeiten, die uns Gott mitgegeben hat. Und da sind wir ja auch unterschiedlich bedacht. Es gibt Dinge, die können wir besser, als andere und solche, bei denen sie uns überlegen sind. Manchmal ist das ärgerlich, aber meistens ganz gut, weil wir uns ergänzen. Und diese Talente haben wir nicht für uns alleine, sondern sollen sie einsetzen, genauso, wie die beiden ersten Knechte. Sie tun das ganz unbekümmert, weil sie wissen, dass ihnen der Herr vertraut.
Der dritte Mann macht nichts aus dem, was ihm der Herr anvertraut hat und er verkennt ihn. Wäre er wirklich dieser Geizkragen und Abstauber gewesen, hätte er nichts ausgeteilt. Und den beiden anderen wird ja auch nichts weggenommen. Hätte er nur irgendwas gemacht. Ob er dabei Profit macht, oder etwas verliert, hätte ihn nicht sorgen müssen. Und an diesem Punkt wird die Geschichte für uns zur frohen Botschaft. Gott rüstet uns mit Talenten aus und setzt uns in die Welt. Wir dürfen loslegen. Es wird etwas Gutes daraus werden.
Amen.

Lied:
EG 494 (In Gottes Namen fang ich an) 1 – 3 + 6

Gebet:
Barmherziger Gott!
Danke, dass wir zu dir gehören.
Gib uns den Mut, für dich einzutreten mit Worten und Taten.
Hilf du uns bei den Problemen in unserem Land.
Da ist die Müdigkeit deiner Kirche, der Krieg im Osten, die hohen Preise bei uns.
Gib uns durch deinen Geist die richtigen Antworten und Taten.
Tröste alle, die leiden.
Schenke uns den ersehnten Regen.
Lass das, was draußen blüht und wächst, zur Frucht kommen.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind, damit sie dich in ihrem Schmerz nicht vergessen.
Lass es bitte regnen, damit die Dürre aufhört.
Gib, dass man die Brände auf den Feldern vermeiden, oder wenigstens gut löschen kann.
Unser Land beschütze nach innen und außen.
Gib, dass unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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