Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 8. Sonntag nach Trinitatis, dem 7. August 2022 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 445 (Gott des Himmels und der Erden) 1 – 5

Gebet:
Hilf uns, durch unser Leben Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.
Das bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 5, 13 – 16
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 320 (Nun laßt uns Gott, dem Herren) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
Markus 12, 41 bis 44
Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. 42Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das macht zusammen einen Pfennig. 43Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. 44Denn sie haben alle etwas von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Am Jerusalemer Tempel gab es 12 Opferstöcke, 11 davon waren mit einer bestimmten Zweckbindung und einer sozusagen für „wo am nötigsten“. Dabei standen Priester, denen man die Spende in die Hand drückte und sagte, wofür sie bestimmt ist. Das Geld wurde laut gezählt und dann in den betreffenden Kasten geworfen. So konnte niemand betrügen, oder schummeln. Und, wie auch heute noch, gaben manche viel und andere wenig. Die einen waren stolz, wenn ihre Gaben genannt wurden, anderen war es peinlich. Aber der Tempel war auf diese Spenden angewiesen, obwohl jeder Jude den Zehnten von seinen Erträgen geben musste.
Das ist auch heute noch so. Jeder, der Lohn- oder Einkommenssteuer zahlt und Mitglied unserer Kirche ist, muss Kirchensteuer zahlen. Aber vor Ort sind wir auf den Klingelbeutel, das Körbchen und die Spenden angewiesen. Man kann darüber streiten. Ich tue es ja auch. Denn ich finde, die Landeskirche könnte den Gemeinden mehr zur Verfügung stellen. Aber bei den Spenden kommen wir in ein Dilemma. Zumindest ich. Wieviel lege ich ein, was spende ich sonst und was gebe ich, zum Beispiel an einem runden Geburtstag?
Und Sie denken wahrscheinlich auch darüber nach, wenn eine Taufe ist, oder der Pfarrer kommt. Ich für mich gebe eine Summe, die mir nicht zu klein vorkommt, die mich aber auch nicht wirtschaftlich in Verlegenheiten bringt. Also kann ich ein „fröhlicher Geber“ sein und meinen Teil für die Arbeit Gottes in dieser Welt beitragen. So haben es auch die Besucher des Tempels gemacht. Aber Jesus lobt die arme Witwe, die nur einen Pfennig gibt. Machen wir anderen, die fröhlich spenden, also etwas falsch?
Schauen wir die Geschichte noch einmal genauer an. Jesus sagt nicht: „Die anderen sollen gefälligst viel mehr geben!” Er erkennt ihre Gaben aus dem Überfluss an. Aber die arme Witwe ist etwas ganz Besonderes. Sie gibt alles her, was sie hat. Rückhaltlos steht sie jetzt da. Und das ist bemerkenswert, weil Witwen damals rechtlos waren. Sie waren auf die Unterstützung der Kinder und Nachbarn nagewiesen. Hätte sie dann nicht ihren Pfennig festhalten müssen, für einen Kanten Brot am nächsten Tag wäre es genug gewesen? Und jeder hätte sie verstanden, wenn sie nichts gegeben hätte. Aber sie hat ein grenzenloses Vertrauen auf Gott. Sie sagt: er hat mich bisher ernährt und wird es auch weiterhin tun. Und dieses Vertrauen würdigt Jesus. Und sie wird uns dadurch zum Vorbild.
Nicht nur durch ihre Spende, sondern vor allem deshalb, eil sie auf die Hilfe des Herrn vertraut. So hat sie viel weniger Sorgen, als wir alle anderen. Wir müssen uns Gedanken machen über die Arbeit, den Kredit, das Haus und vieles mehr. Das nimmt uns ganz schön gefangen. Und wir werden mutlos und müde. Aber Jesus lädt uns immer wieder ein: Mach dir keine Sorgen um Nahrung, Haus und Kleidung. Schau auf die Vögel, die Gott ernährt und die Blumen, die er so schön kleidet. So will euch auch der Vater im Himmel durch alle Not hindurchführen. Und das ist vielleicht gerade in unserer wirren Zeit wichtig, in der alles teurer wird.
Amen.

Lied:
EG 407 (Stern, auf den ich schaue) 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Danke, dass wir zu dir gehören.
Mach uns offen für deine Güte und hilf uns, wenn wir müde, oder traurig sind.
Hilf du uns bei den Problemen in unserem Land.
Da ist die Müdigkeit deiner Kirche, der Krieg im Osten, die hohen Preise bei uns.
Gib uns durch deinen Geist die richtigen Antworten und Taten.
Tröste alle, die leiden.
Schenke uns den ersehnten Regen,
Lass das, was draußen blüht und wächst, zur Frucht kommen.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind.
Lass es bitte regnen, damit die Dürre aufhört.
Gib, dass man die Brände auf den Feldern vermeiden, oder wenigstens gut löschen kann.
Unser Land beschütze nach innen und außen.
Gib, dass unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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