Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 1. Sonntag nach Epiphanias, dem 9. Januar 2022 (Text)

Wir können wieder Gottesdienste feiern. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 327 (Wunderbarer König) 1 – 4

Gebet:
Als er getauft wurde, hast du Jesus als deinen Sohn benannt und ihm den heiligen Geist gegeben.
Hilf uns, auf ihn zu vertrauen, durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Matthäus 3, 13 – 17:
13Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt geschehen! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s geschehen. 16Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 441 (Du höchstes Licht, ewiger Schein) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
Jesaja 42, 1 – 9
1Siehe, das ist mein Knecht – ich halte ihn – und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 2Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. 3Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. 4Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung. 5So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen: 6Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 7dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 8Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. 9Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich’s euch hören.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Zunächst einmal lesen wir diese Verse mit einem gewissen Befremden. Wer soll dieser Knecht sein? Sicher ist es keiner der unzähligen früheren Landarbeiter, oder der Leute, die heute am Fließband für wenig Lohn schuften. Denn Gottes Geist liegt auf ihm und er bringt Recht, Trost und Licht zu allen Menschen. Also, wer ist es? Im Neuen Testament wird immer wieder auf diese Stelle des Alten Testaments Bezug genommen, wenn erklärt wird, wer Jesus ist. Und so wollen wir es auch halten. Zwei Bilder bestimmen diese Worte. Das vom Rohr und das vom Docht. Rohre sind in der Technik beliebt. Denn sie sind leicht und belastbar. Wir kennen das aus vielen Bereichen: Achsen, Bambusstäbe und so weiter. Und ein Docht, der brennt, bringt Wärme und Licht. So wären wir auch gern. Belastbar, wie ein Rohr und hell leuchtend, wie ein Docht. Aber das sind wir nicht. Im Laufe des Lebens bekommen wir Querschüsse, und die setzen unsere Belastbarkeit genauso gegen null, wie der Knick im Rohr. Wir sind enttäuscht, krank oder traurig. Und unser Licht glimmt manchmal nur noch, wie eine Kerze, bei der das Wachs verbraucht ist. Weil wir irgendetwas nicht schaffen, oder uns die allgemeine Lage dermaßen nervt. Eine Kerze, die nicht ordentlich brennt, fliegt in den Ofen und ein geknicktes Rohr wird ersetzt. Der Gottesknecht, also Jesus, macht es anders. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Zu uns sagt er: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Was bedeutet das: Es heißt nicht, dass er all diese Lebensspuren unsichtbar macht, oder von uns fern hält. Manche glauben das ja. Ich muss nur beten, und er erfüllt alles, was ich mir denke. Nein, so nicht. Aber wir merken, dass er uns aufhilft, wo wir zerbrochen sind und uns unverhofft neuen Brennstoff für den Alltag gibt. Jesus kennt unsere Fragen und erhört unser Gebet. Aber so, dass es am Ende gut wird.

Lied:
EG 331 (Großer Gott, wir loben dich) in Auswahl

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir bitten dich für alle Menschen, die verzweifelt und traurig sind, Hilf ihnen.
Steh uns bei, mit den Folgen der Coronaviren fertig zu werden und lass uns, trotz unterschiedlicher Meinungen, den Kontakt zu anderen Menschen nicht verlieren.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Lass sie deine Liebe und Treue erfahren.
Unser Land beschütze nach innen und außen. Gib, dass unser Staat die Kraft findet, den Extremisten und Fanatikern auf allen Seiten entschlossen entgegenzutreten.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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