Pfarrer Schertel: Hausandacht zu Weihnachten 2025 (Text)
Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:
Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.
Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.
Lied:
EG 37 (Ich steh an deiner Krippen hier), in Auswahl
Gebet:
Jesus Christus, du bist Mensch geworden.
Dafür danken wir dir, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
Evangelium: Lukas 2, 1 – 20
1Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. 4Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. 19Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)
Glaubensbekenntnis
Lied:
EG 46 (Stille Nacht), 1 – 3
Text zum Nachdenken:
Sacharja 2, 14-17
Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr. 15Und es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum Herrn wenden und sollen mein Volk sein, und ich will bei dir wohnen. – Und du sollst erkennen, dass mich der Herr Zebaoth zu dir gesandt hat. – 16Und der Herr wird Juda in Besitz nehmen als sein Erbteil in dem heiligen Lande und wird Jerusalem wieder erwählen.
Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Weihnachten ist da, wie schön! Nach all den Vorbereitungen, der Vorfreude und so weiter, es ist endlich so weit. Der Christbaum steht und es wird gemütlich.
Für Maria und Josef war es das nicht. Denn sie waren unterwegs nach Bethlehem, wo die Familie herstammte. Der römische Kaiser hat es befohlen. Alle mussten sich in der Heimatstadt für die Steuer registrieren lassen. Und Maria war hochschwanger. Mehr noch, sie fanden keine Unterkunft. Und so mussten sie in einem Stall übernachten. Mühsam ohne Ende. Doch dann kam das Kind zur Welt. Und aus der Erschöpfung wurde Freude. Engel kamen und die Hirten. Ehre sei Gott in der Höhe sangen sie. Denn das Kind war Jesus, Gottes Sohn.
Zum himmlischen Lob passen auch die Worte aus dem Buch Sacharja. „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion!” Dass Gott bei den Menschen wohnt, ist durch die Geburt Jesu wahr geworden. Und deswegen feiern wir Weihnachten. Er thront nicht mehr über den Wolken, oder im Tempel von Jerusalem. Sondern er ist bei allen Menschen. Und das ist ein großes Geschenk. Wenn wir an den Tempel denken, auf den der Prophet hoffte. Da stellte man sich Gottes Sitz im Allerheilgsten vor. Das durfte der Hohepriester nur ein Mal im Jahr betreten. Und die Menschen brauchten immer jemand, der zwischen ihnen und dem Himmel vermittelt.
Aber spätestens seit Jesus ist Gott für jeden da. Immer und überall. Lange vorher, zur Zeit Sacharjas, hofften die Menschen darauf, dass man den Tempel wieder aufbauen könnte. Während der ganzen babylonischen Gefangenschaft war er wüst gelegen. Und man brauchte ihn für die Opfer, die Feste und als Ort des Gebets. Wie sollte man sonst Gott finden? Und da sagt der Prophet: Seit mutig und froh. Gott kommt wieder, um bei Euch zu wohnen! Und tatsächlich ist es so gekommen. Die ersten Christen haben dieses Prophetenwort auf die Geburt Christi bezogen. Sie wussten, daß dieses Kind erwachsen wurde und Worte der Hilfe und des Heils für die Menschen hatte. Ihnen war bekannt, dass dieses Kind den Armen und Kranken hilft. Und, dass es am Kreuz für die Sünde aller Menschen bezahlen wird.
Diese Botschaft hat viele Menschen aus allen Völkern zu Gott geführt. Und es wird die Zeit kommen, dass Gott sein Friedensreich aufrichten wird. Was bedeutet das für uns? Die Rückkehrer aus Babylon und das Heilige Paar hatten es nicht einfach und wenig Rund zur Freude.
Wir am Ende des Jahres 2025 leben auch in einer ungewohnt schwierigen Zeit. Die Weltlage ist ungewiss, Kriege in Europa, die Abkehr Trumps von der Nato und die schlechte Wirtschaftslage bei uns. Da machen Politiker und Verbände Vorschläge zur Abhilfe: Mehr und länger arbeiten, Karenztage im Krankheitsfall u. s. w. Unsere eigenen Schwierigkeiten kommen noch dazu. Menschen sind gestorben, wir sind krank, oder haben wirtschaftliche Sorgen. Mühsam und traurig, auch an Weihnachten. Da sagt der Prophet zu uns: „Freu dich, und sei fröhlich. Gott kommt zu dir. Er will bei dir und in dir wohnen. Das grenzt deine Not ein und führt dich auf den Weg, wieder froh zu werden. Denn Gott selbst geht mit dir“.
Lied:
EG 30 (Es ist ein Ros entsprungen) 1 – 3
Gebet:
Gott, schenke uns in allem Festtrubel Muße und ein offenes Herz für dich.
Gib uns offene Augen für das, was die Menschen brauchen, die uns begegnen.
Und wir bitten dich für alle Verzweifelten, dass sie dich erkennen und von dir Hilfe bekommen.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut, dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern, die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren, auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Lass uns mit allen Menschen gut auskommen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben, aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen
Vaterunser
Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Lied:
EG 44 (O du fröhliche) 1 – 3


