Pfr. Schertel: Hausandacht am 5. Sonntag nach Trinitatis, dem 12. Juli 2020 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. In sehr eingeschränktem Umfang. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht stellen Sie eine Kerze auf den Tisch und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 444 (Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne), 1- 4

Gebet:
Allmächtiger, ewiger Gott, Du versorgst uns jeden Tag mit dem, was wir zum Leben brauchen. Wir danken dir dafür durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Epistel: 1. Korinther 1, 18-25
18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. 19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« 20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. 22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 630 (Fürchte dich nicht), 1-3

Text zum Nachdenken:
Lukas 5, 1-11
Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.
(Dt. Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Im Neuen Testament gibt es viele Geschichten, in denen Jesus der Not der Menschen Abhilfe schafft. Hier sind es die Fischer am See, die nichts gefangen haben, oder es sind die vielen Tausend, die ihm zuhören und nichts zu Essen haben. Mit 5 Broten und 2 Fischen macht er sie satt. Manchmal hoffen wir, daß es heutzutage in der Welt genauso ginge. Durch ein Wunder haben alle keinen Hunger mehr und leben in Frieden und Sicherheit. Aber so einfach passiert das nicht. An dier Geschichte vom Fischzug des Petrus, aber auch ähnlichen texten fällt mir auf, daß diejenigen, denen geholfen wird, nicht passiv sind. Die Jünger fahren auf sein Wort hin noch einmal hinaus, obwohl es gegen die Regeln ihres Berufs ist, tagsüber zu fischen. Ein Kind gibt ihm die wenigen Fische und Brote, die er dann vermehrt. Vielleicht ist es ja so, daß Gott uns gebrauchen will, damit sich in der Welt etwas ändert. Durch eine Spende, aber auch durch unser Verhalten, das die Vorräte der Erde schont. Und in unserem engeren Umkreis durch offene Augen und Herzen, aber auch durch tätige Hände. So werden auch wir zu „Menschenfischern“, die andere aus der Flut des Leides retten.

Lied:
EG 317 (Lobe den Herren), 1-5

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir bitten dich für deine Kirche:Mach uns zu Menschen, die mutig für ihren Glauben einstehen, in Worten, aber auch durch das, was sie tun.
Für unser Land, daß es die Folgen der Krise überwindet.
Für den Frieden zwischen uns und allen Menschen. Hilf uns geduldig und freundlich zu sein. Aber auch in der Welt, daß den unvernünftigen Machthabern ihre Grenzen gezeigt werden.
Laß uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Gib, daß man bald Hilfe gegen die Coronaviren findet. .
Hilf unseren Glaubensgeschwistern, die in vielen Ländern der Erde verfolgt werden.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren.
Wir bitten dich für alles, was draußen wächst, für die Tiere in den Ställen und Stöcken und auf der Weide.
Hilf uns, jetzt das richtige zu tun, zu sagen und zu denken.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist. Amen

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