Pfarrer Schertel: Hausandacht zum Sonntag Sexagesimä, dem 7. Februar 2021 (Text)

Endlich können wir wieder Gottesdienste feiern. Allerdings gelten immer noch Beschränkungen. Deshalb werde ich diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 160 (Gott, dir sei Dank gesagt und Ehre)

Gebet:
Dein Wort ist uns gegeben. Hilf uns, daraus Hilfe, Trost und Wegweisung zu beziehen. Das bitten wir dich durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Epistel: Hebräer 4, 12 – 13:
Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. 13Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 196 (Herr, für dein Wort sei hoch gepreist) 1 + 3 – 5

Text zum Nachdenken:
Lukas 8, 4 – 15
Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: 5Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. 6Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. 8Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! 9Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. 10Er aber sprach: Euch ist’s gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören. 11Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. 13Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. 14Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht. 15Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Es gab mal die Werbung einer Bank, in der sich zwei treffen und auftrumpfen. Jeder knallt Fotos auf den Tisch: „Mein Auto, Mein Haus und meine Yacht.“ Klar, dass einer von den beiden gewinnt. Seine Bank hat das Vermögen besser vermehrt. Aber sie haben sich gegenseitig die Zeichen des Erfolgs vorgelegt. In dem Gleichnis heute geht es ums Scheitern. Ein Teil des Samens wird zertreten, der andere dorrt nach dem Aufgehen unter der Sonne weg, der dritte Teil wird vom Unkraut erstickt. Wie schade. All die Körner hätten doch wachsen können. Was für eine Superernte wäre das gewesen! Vorrat auf viele Jahre, wie in der Geschichte vom reichen Kornbauern, die Jesus an einer anderen Stelle erzählt. Aber wenn ich’s recht bedenke, ist es bei mir und vielleicht auch bei Ihnen genauso: eigentlich scheitert man trotz aller guten Absichten viel häufiger, als dass man Erfolg hat. Und mit dem Corona ist es ja nicht besser: Sie sagen: Lockdown hilft, Impfung kommt. Und, was ist? Wir müssen weiter Geduld haben. Im ganzen Leben kommt das Paradies niemals zu uns. Es bleibt verloren.
Aber in der Geschichte, die Jesus erzählt, gibt es auch noch den Samen, der auf gutes Land fällt. Es ist nicht der größte Teil, aber er bringt hundertfach Frucht. Und das mag seinen Zuhörern wie das Paradies vorgekommen sein. Denn damals hatte man, wenn es gut ging, vier mal soviel geerntet, wie ausgesät. Und so ist es mit dem Wort Gottes, sagt Jesus. Auch wenn es viele nicht hören wollen, oder können. Am Ende passt es.
Ich denke, so ist es mit dem, was wir erleben auch. Das Scheitern trifft uns immer wieder, wie ein Knüppel. Aber am Ende ist es gut. Weil wir auch viel Hilfe empfangen haben, Gemeinschaft und Glück. Und vor allem, weil uns Gott durch das Leben trägt.

Lied:
621 (Ich bin durch die Welt gegangen), 1 – 5

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir bitten dich für deine Kirche. Hilf ihr, auf dich zu vertrauen, beharrlich zu beten und dem Zeugnis der Bibel zu folgen.
Viele von uns leiden unter den Beschränkungen durch die Krankheit. Auch um die Impfungen gibt es viel Durcheinander. Viele der Maßnahmen kommen uns so sinnlos vor. Aber wir sehen auch keine Alternative. Gib uns Geduld und hilf uns gegen die Krankheit. Schütze uns und unser armes Land
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen und hilf den Menschen in Beirut.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Lass sie deine Liebe und Treue erfahren. Sei du bei denen, die im Sterben liegen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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