Pfarrer Schertel: Hausandacht zum Sonntag Estomihi, dem 15 Februar 2026 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 161 (Liebster Jesu, wir sind hier), 1 – 3

Gebet:
Jesus Christus, du bist hinauf nach Jerusalem gegangen.
So hast du den Willen des Vaters erfüllt.
Hilf uns, deinen Weg mitzugehen.
Das bitten wir dich,
der du mit dem Vater und dem heiligen Geist
lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Markus 8, 31 – 38
31Und Jesus fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. 32Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. 33Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. 34Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 35Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten. 36Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? 37Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 38Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
(Quelle der Bibeltexte: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 401 (Liebe, die du mich zum Bilde), 1 – 3+6

Text zum Nachdenken:
Lukas 18, 31 – 43
31Jesus nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. 32Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden, 33und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen. 34Sie aber verstanden nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt war. 35Es geschah aber, als er in die Nähe von Jericho kam, da saß ein Blinder am Wege und bettelte. 36Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre. 37Da verkündeten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber. 38Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 39Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! 40Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn: 41Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann. 42Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. 43Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Wir stehen am Beginn der Faschingswoche. Freude, Trubel und so weiter. Aber am Aschermittwoch ist alles vorbei.
In Gedanken gehen wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem. Genau, wie die Jünger es getan haben. Ihre Freude war groß. Sie erwarteten, dass Jesus das Heil vollbringt. Als strahlender, mächtiger König. Jesus weiß es auch. Aber ihm ist auch bekannt, dass er das Heil als leidender, sterbender Gerechter erkämpfen muss. Aber seine Freunde verstehen ihn nicht. Sie sind blind für Gottes Plan.
Kein Wunder, wie sollten sie davon ausgehen, dass Gott seinen Sieg über den Umweg des Kreuzes erringt. Vor Jericho ist ein anderer Blinder. Um zu überleben, muss er betteln. Als Jesus kommt, ruft er immer wieder: „Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner.“ Auf Griechisch: Kyrie eleison. Von den anderen lässt er sich nicht zum Schweigen bringen. Er weiß, wer da kommt. Jesus lässt ihn zu sich kommen. Er fragt: „Wie kann ich dir helfen?“ Der Blinde sagt: „Dass ich wieder sehen kann.” Jesus tut ihm den Gefallen und der Blinde zieht, dankbar Gott lobend mit hinauf nach Jerusalem.
Auch heute noch, das merken wir gerade schmerzlich, führt der Weg Jesu nicht immer durch Glanz und Gloria, sondern häufig auch durch das Leiden. Und trotzdem ist es die einzig sinnvolle Entscheidung, ihm treu nachzufolgen. Der Blinde hat sich mit seinem Bittruf nicht entmutigen lassen: „Kyrie eleison, Herr erbarme dich!” So wollen wir auch nach dem Herrn rufen. Für uns, für die Kirche und für die Welt. Das geht bestimmt nicht ins Leere, sondern bringt Hilfe.

Lied:
EG 320 (Nun laßt uns Gott, dem Herren) 1 – 5
(oder: Lasset uns mit Jesum ziehen, Nr. 384)

Gebet:
Gott, erbarme dich unser,
sei du bei uns mit deiner Gnade,
deiner Hilfe und deinem Segen.
Wir bitten dich für alle Verzweifelten,
dass sie dich erkennen und von dir Hilfe bekommen.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Hilf uns, die Menschen um uns herum zu akzeptieren.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut,
dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern,
die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren,
auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben,
aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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