Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 5. Sonntag nach Trinitatis, dem 4. Juli 2021 (Text)

Wir können wieder in eingeschränkter Form Gottesdienste feiern. Aber ich werde diese Hausandachten fortsetzen, bis wieder normale Zeiten anbrechen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 334 (Danke für diesen guten Morgen ) 1 – 3

Gebet:
Wir wissen oft nicht, warum du dies tust, oder das andere läßt. Gib uns Vetrauen auf deine Güte. Durch Jesus Christus unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelium: Lukas 5, 1 – 11:
Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth 2und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. 4Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. 6Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. 8Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 241 (Wach auf, du Gist der ersten Zeugen) 1 – 3

Text zum Nachdenken:
1. Korinther 1, 18 bis 25
Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. 19Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« 20Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. 22Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Das Kreuz ist unser Erkennungszeichen. Es baumelt am Hals, oder an der Wand in der Küche. Es ziert ebenso das Revers kirchlicher Amtsträger. Skandalös oder ärgererregend ist es meistens nicht mehr. Ganz anders, als zur Zeit des Apostels. Denn die Kreuzigung war die allerhärteste Strafe, die das römische Reich zu vergeben hatte. Und bis Konstantin der Große es auf seine Fahnen geheftet tatte, haben sich die Christen gescheut, es darzustellen. Für die Griechen war es undenkbar, dass sich ein Gott dem Leiden und Schmerz hingibt, statt dien Menschen zu helfen, ihren guten und schönen Kern zu offenbaren. Die Juden wollten vom Kreuz auch nichts wissen. Es war zwar ein Zeichen, aber keines, mit dem Gott seine Macht beweist. Und das hätten sie gerne gehabt. Doch gibt es diese Einwände heute auch noch? Auf den ersten Blick nicht. Aber der antike Drang nach Weltverbesserung ist allgegenwärtig. Flüchtlinge retten, soziale Gerechtigkeit, Solidarität mit allem und jedem, diesen Geist atmen kirchliche Veröffentlichungen. Und das ist auch nicht schlecht. Ich gehe da an den meisten Punkten mit. Aber es fehlt doch das andere. Dass wir eben keinen guten Kern haben, sondern immer wieder neu schuldig werden und uns nicht selber zum guten Menschen machen können. Sondern, dass uns Gott aus diesem Sumpf herausziehen muß. Mit etwas Großem und Unerwarteten, dem Tod Jesu am Kreuz. Da ist mir der alte jüdische Einwand schon näher. Jeder von uns hat sich schon einmal erhofft, dass Gott ein Zeichen setzt. Sei es, in einer eigenen Notlage, sei es, dass er diesen oder jenen Krieg beendet, das Leiden an Hunger und Katatstrophen überflüssig macht und letztlich alles Böse ausrottet. Zeig doch, was du kannst, Gott! Und dann soll das Kreuz, die Hinrichtung seines Gesandten, dieses Zeichen gegen alle Not sein? Aber, wo blieben wir, wenn Gott wirklich alles Böse radikal ausrotten würde? Stattdessen gibt er sich in seiner brennenden Liebe in alles Leid dieser welt hinein und erträgt es selber bis zum Tod am Kreuz. Er wird dem Sünder Sünder, dem Leidenden Leidender und so weiter. So wirbt er um unser Vertrauen. Wir brauchen nichts zu bringen, oder zu können. Und wenn wir uns auf ihn einlassen, merken wir, wie seine Torheit für uns Weisheit und seine Schwäche für uns Kraft wird.

Lied:
EG 357 (Ich weiß, woran ich glaube), 1 – 2 + 5

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir danken dir dafür, dass die Normalität immer mehr zurückkommt. Hilf, dass durch die Urlaubsreisen die neuen Viren nicht zurückkommen.
Wir bitten dich für uns und alle Christen: Stärke unser Vertrauen auf dich. Gib uns den Mut dich zu bezeugen und hilf uns das Richtige zu tun.
Heute bitten wir dich besonders für Länder in denen man die Pandemie nicht mehr bremsen kann. Gib, dass aus unserem Land und anderen Staaten genügend Hilfe geschickt werden kann.
Hilf den Opfern des Amoklaufs in Würzburg.
Ganz besonders bitten wir dich für die Regierungen in Bund und Land. Laß sie sich kompromißlos für das Wohl der Menschen einsetzen. Hilf, dass sich Vernunft und Besonnenheit durchsetzen. Schütze uns und unser ganzes Land.
Lass das, was draußen gesät und gepflanzt wird, zur Frucht gelangen.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle anderen Menschen, die trauern, krank oder einsam sind. Laß sie deine Liebe und Treue erfahren. Sei du bei denen, die im Sterben liegen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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