Pfarrer Schertel: Weihnachtsandacht, 24. Dezember 2021 (Text)

Wir können wieder Gottesdienste feiern. Aber ich werde diese Hausandachten noch eine Weile fortsetzen.

Also, setzen Sie sich doch im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten. Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 30 (Es ist ein Ros entsprungen) 1-3

Gebet:
Barmherziger Gott, In Jesus kommst du uns Menschen nah. Dafür danken wir dir von Herzen. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Lukas 2, 1 – 20:
1Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. 4Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, 5damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. 9Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. 13Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 14Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. 16Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. 19Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. 20Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 46 (Stille Nacht), 1 – 3

Text zum Nachdenken:
Micha 5, 1 bis 4
Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. 2Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Söhnen Israel. 3Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist. 4Und er wird der Friede sein.
(Deutsche Bibelgesellschaft)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder :

Wenn wir die Geschichte von Weihnachten hören, dann wird es uns warm ums Herz. Maria und Josef werden gezwungen, nach Bethlehem zu reisen. Nur dort können sie sich in die Steuerliste eintragen. Denn sie Waren Nachkommen Davids, und der stammte aus dieser kleinen Stadt. Es war eine Zumutung. Denn Maria war hochschwanger. Und nach ihrer Ankunft mussten sie in einem Stall übernachten. Alle Herbergen waren belegt. Und dort kam Jesus zur Welt und sie legten ihn in die Futterkrippe. Eigentlich weder der Ort, an dem eine Frau niederkommen sollte, noch der Platz, an dem der Heiland die Welt betritt. Aber es war so. Und letztlich ist damit auch schon das Programm Jesu aufgeschlagen, wie er es später vertreten wird. Gott wurde nicht nur Mensch, sondern er sucht alle auf. Auch die in Not und Armut. Zur Vorgeschichte dieses Ereignisses gehört auch die Weissagung des Propheten Micha, ausgesprochen, als die Babylonier dabei waren, Jerusalem zu stürmen, die Bewohner zusammenzutreiben und den Staat des Gottesvolks zu zerstören. Alles schien aus zu sein und die Menschen verloren in ihrer Not. Aber Gott sieht weiter. Sicher, die Könige aus dem Haus Davids hatten verspielt, das Volk wird für Generationen Härte gegen die Hilflosen und Götzendienst bestraft. Aber diese dunkle Zukunft wird nicht endlos sein. Aus Bethlehem wird einer kommen und die Not beenden. Gottes Zorn dauert nicht ewig. Und tatsächlich durften die Verbannten nach einigen Jahren heimkehren. Freilich, die endgültige Erlösung war das noch nicht. Wir Christen glauben, dass Jesus der Verheißene ist, der Sünde und Tod ihrer Macht beraubt hat. Und der auch bei uns ist, wenn wir Schweres zu tragen hat. Wie ein guter Hirte begleitet er uns, kräftigt uns und macht uns Mut. Und das können wir brauchen. Nicht nur in Coronazeiten, sondern an jedem anderen Tag.

Lied:
EG 55 (O Bethlehem, du kleine Stadt), 1 – 3

Gebet:
Barmherziger Gott!
Wir bitten dich:
Lass alle Menschen von der Liebe, Güte und Barmherzigkeit deines Sohnes erfahren. Gib uns Mut, von ihm zu sprechen.
Lass uns, aber auch die reichen Staaten und mächtigen Wirtschaftsleute, verantwortlich mit dem umgehen, was du uns gegeben hast.
Steh uns in der neuen Coronawelle bei.
Lass uns erkennen, woran unsere Zeit leidet und hilf uns, es besser zu machen.
Sei du auch bei denen, deren Wohnorte überschwemmt worden sind. Gib ihnen gerade jetzt im Winter die nötige Hilfe.
Beschütze uns und das ganze Land vor allen Gefahren.
Sei du bei den verzweifelten Menschen in Afghanistan und an der polnischen Grenze.
Lass uns mit den Menschen, die mit uns unter einem Dach leben, freundlich, liebevoll und vergebungsbereit umgehen.
Beschütze die verfolgten Christen.
Wir bitten dich auch für alle Menschen, die trauern, krank oder einsam sind.
Lass sie deine Liebe und Treue erfahren. Sei du bei denen, die im Sterben liegen.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 44 (O du fröhliche) 1 – 3

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