Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 2. Sonntag nach Epiphanias, dem 18. Januar 2026 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 452 (Er weckt mich alle Morgen), 1 – 5

Gebet:
Du kennst unseren Mangel und unsere Not und zeigst uns Wege, herauszukommen.
Dafür danken wir dir,
der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Johannes 2, 1 – 11
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß. 7Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. 9Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn..
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 74 (Du Morgenstern, du Licht vom Licht), 1 – 4

Text zum Nachdenken:
Jeremia 14, 1 – 9:

1Dies ist das Wort, das der Herr zu Jeremia sagte über die große Dürre: 2Juda liegt jämmerlich da, seine Städte verschmachten. Sie sinken trauernd zu Boden, und Jerusalems Wehklage steigt empor. 3Die Großen schicken ihre Diener nach Wasser; aber wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Sie sind traurig und betrübt und verhüllen ihre Häupter. 4Die Erde ist rissig, weil es nicht regnet auf das Land. Darum sind die Ackerleute traurig und verhüllen ihre Häupter. 5Selbst die Hirschkühe, die auf dem Felde werfen, verlassen die Jungen, weil kein Gras wächst. 6Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen und schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil nichts Grünes wächst. 7Ach, Herr, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben. 8Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? 9Warum bist du wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, Herr, und wir heißen nach deinem Namen; verlass uns nicht! (10So spricht der Herr von diesem Volk: Sie laufen gern hin und her und schonen ihre Füße nicht. Darum hat der Herr kein Gefallen an ihnen, sondern er denkt nun an ihre Missetat und will ihre Sünden heimsuchen.)

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Jeremia berichtet von einer katastrophalen Dürre. Nicht einmal die Karstquellen vor den Mauern Jerusalems haben Wasser. Hirschkühe verlassen ihre Kitze und Wildesel verdursten. Es ist ausweglos und lebensfeindlich. Niemand kann entrinnen und keiner hilft. Da erinnern sich die Menschen an Gott. Er hat doch immer geholfen. Sie klagen, bekennen ihre Schuld und berufen sich darauf, doch Gottes Volk zu sein.
Auf der einen Seite ist das ja richtig. Ihre Not lehrt sie beten. Und das sollen und wollen wir ja auch tun, wenn es uns schlecht geht. Auf der anderen Seite steht Gottes Antwort. Sie steht im eingeklammerten Vers. Er wird nicht helfen. Denn die Menschen haben immer wieder gebetet, und wenn er zur Stelle war, haben sie sich wieder abgewendet. Es ist genug! Sein Gericht wird kommen.
Aber wie gehen wir im 21. Jahrhundert mit diesen Worten um? Wir erleben ja auch die Verschiebung des Klimas, das Aussterben vieler Tierarten und die zunehmende Unsicherheit in der Welt. Klagen und Beten? Ja. Aber wie steht es um den praktischen, gelebten Glauben? Und wie darum, etwas zu tun gegen die Klimakrise? Es ist ja nicht so, dass wir nicht schon lange gewarnt wären? Das sollten wir tun, denn wir heißen nach seinem Namen. Und er verläßt uns nicht.

Lied:
EG 283 (Herr, der du vormals hast dein Land) 1 – 5

Gebet:
Gott,
wir werden auch im Alltag schuldig, an dir und deiner Schöpfung.
Sei du bei uns mit deiner Gnade, deiner Hilfe und deinem Segen.
Wir bitten dich für alle Verzweifelten, dass sie dich erkennen und von dir Hilfe bekommen.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut, dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern, die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren, auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Lass uns mit allen Menschen gut auskommen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben, aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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