Pfarrer Schertel: Hausandacht zum Sonntag Judika, dem 22. März 2026 (Text)

Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:

Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.

Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.

Lied:
EG 91 (Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken), 1 – 4

Gebet:
Jesus Christus,
du hast für uns gelitten.
Dafür danken wir dir,
der du mit dem Vater und dem heiligen Geist
lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen

Evangelium: Markus 10, 35 – 45
35Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. 41Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
(Quelle der Bibeltexte: Dt. Bibelgesellschaft)

Glaubensbekenntnis

Lied:
EG 76 (O Mensch, bewein dein Sünde groß), 1 – 2

Text zum Nachdenken:
Hebräer 13, 12 – 14
2Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Der Kreuzestod Jesu ist grundlegend für unseren Glauben. Aber wie soll man erkären, was da geschehen ist?
Johannes spricht von der „Erhöhung“ Jesu am Kreuz. Wer darauf blickt, wird gerettet. Vorbild ist die eherne Schlange, die Mose aufstellen ließ. Wer sie ansah, wurde vom Schlangengift geheilt.
Anselm von Canterbury lebte im 11. Jahrhundert. Er sprach davon, dass Jesus bei der Verhandlung im Jüngsten Gericht auftritt und sagt: „Für die Schuld dieses Menschen bin ich stellvertretend gestorben.“
Im Hebräerbrief ist die Parallele der Versöhnungstag der Juden. An diesem Tag wird ein Tier geopfert und der Altar mit seinem Blut besprengt. Der Rest wurde vor der Stadt verbrannt. Und einem anderen Tier legte der Hohepriester die Schuld des Volkes auf und jagte es in die Wüste. Jesus ist dann zugleich der Hohepriester und das Opferlamm. Er opfert sich rituell für die Schuld aller Menschen. Und zwar nicht im heiligen Tempel, sondern außen vor der Stadt. Zu ihm sollen wir gehen. Hinaus in die Welt, in der es nicht immer schön für uns ist. Denn sie ist ein Ort der Schmach und der Bewährung für uns. Letztlich ist sie auch nicht der Platz, an dem wir Ruhe und Frieden finden. Das wird erst die kommende Stadt Gottes sein. Auf der Erde sollen wir Gutes tun und treu im Glauben sein. Egal, was kommt.
Für viele Christen, vor allem in islamischen Ländern und in China ist das bittere Realität. Dort werden sie benachteiligt und manchmal verfolgt. Aber auch bei uns ist das Christsein im Alltag oft nicht leicht. Aber wir gehen ja auf die kommende Stadt Gottes zu.

Lied:
EG 93 (Nun gehören unsre Herzen) 1 – 4

Gebet:
Gott,
wir danken dir dafür, dass du immer bei uns bist.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Hilf uns, die Menschen um uns herum zu akzeptieren.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut, dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern, die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren, auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben, aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen

Vaterunser

Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)

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