Pfarrer Schertel: Hausandacht zum 2. Sonntag nach Weihnachten, dem 4. Januar 2026 (Text)
Setzen Sie sich im Kreis Ihrer Familie zusammen und halten gemeinsam eine Andacht:
Vielleicht zünden Sie eine Kerze an und legen ein Kreuz daneben.
Begrüßung:
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Wir wollen gemeinsam vor Gott treten mit unseren Liedern und Gebeten.
Und wir hören auf sein Wort.
Lied:
EG 398 (In dir ist Freude), 1 – 2
Gebet:
Jesus Christus,
du kommst uns an jedem Tag des Lebens entgegen.
Dafür danken wir dir, der du mit dem Vater und dem heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.
Evangelium: Lukas 2, 41 – 52
Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. 42Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf nach dem Brauch des Festes. 43Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten’s nicht. 44Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 45Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. 46Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. 47Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. 48Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 49Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss bei denen, die zu meinem Vater gehören? 50Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. 51Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 52Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.
(Quelle: Dt. Bibelgesellschaft)
Glaubensbekenntnis
Lied:
EG 56 (Die Nacht ist vorgedrungen), 1 – 5
Text zum Nachdenken:
Jesaja 61, 1 – 11:
Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; 2zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsres Gottes, zu trösten alle Trauernden, 3zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden »Bäume der Gerechtigkeit«, »Pflanzung des Herrn«, ihm zum Preise. 4Sie werden die alten Trümmer wieder aufbauen und, was vorzeiten zerstört worden ist, wieder aufrichten; sie werden die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht zerstört gelegen haben. 5Fremde werden hintreten und eure Herden weiden, und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein. 6Ihr aber sollt Priester des Herrn heißen, und man wird euch Diener unsres Gottes nennen. Ihr werdet der Völker Güter essen und euch ihrer Herrlichkeit rühmen. 7Dafür, dass ihr doppelte Schmach trugt, und für die Schande sollen sie über ihren Anteil fröhlich sein. Denn sie sollen das Doppelte besitzen in ihrem Lande. Sie sollen ewige Freude haben. 8Denn ich bin der Herr, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst; ich will ihnen den Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. 9Und man soll ihr Geschlecht kennen unter den Völkern und ihre Nachkommen unter den Nationen, dass, wer sie sehen wird, erkennen soll, dass sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom Herrn. 10Ich freue mich im Herrn, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt. 11Denn gleichwie Gewächs aus der Erde wächst und Same im Garten aufgeht, so lässt Gott der Herr Gerechtigkeit aufgehen und Ruhm vor allen Völkern.
Sprechen Sie doch miteinander über diesen Text. Oder:
Langsam wird der Christbaum trocken und die Nadeln fallen ab. Und der Alltag beginnt wieder. Ade Weihnachtsurlaub und Ferien.
So eine Ernüchterung hatten die Juden auch erlebt. Nach der babylonischen Gefangenschaft kehrten sie euphorisch in die alte Heimat zurück. Gott hat uns verziehen. Aber der Neuanfang zwischen Ruinen und Unkraut war mühsam. Und ein paar besonders Wendige bereicherten sich auf Kosten der anderen. Die Nachbarvölker spotteten: „Wo ist euer Gott? Ihr kriegt das hier ja doch nicht hin!” Die Nadeln des Hoffnungsbaumes fielen langsam ab. Doch Gott hat das alles gesehen. Und er schickt den Propheten, dass er Mut macht. Gefangene werden frei, Zerbrochene Heil und Trauernde fröhlich.
Denn im Gegensatz zum Christbaum, der keine Wurzeln hat, ist der Heilsbaum fest gepflanzt. Und er wird wachsen. Viele von uns fühlen sich auch niedergeschlagen, die Gründe sind verschieden. Und auch im kommenden Jahr wird nicht alles schön. Das sagt uns die Erfahrung.
Aber, das will jesaja auch uns sagen: Nichts ist hoffnungslos. Dieses Jahr wird ein Gnadenjahr sein, in dem Gott selbst die Müden stärkt. Jesus hat das bestätigt, damals in der Synagoge: Mit ihm kommt Gottes Gnade zu den Menschen. Und wer mit jesus lebt, hat seine Wurzeln in den guten Boden Gottes gesteckt. Auch wenn es dürr wird, kommt von dort die Kraft, die wir brauchen.
Lied:
EG 447 (Lobet den Herren) 1 – 5 + 7
Gebet:
Gott,
du stärkst die Müden und gibst den Verzweifelten Hoffnung.
Sei du bei uns mit deiner Gnade, deiner Hilfe und deinem Segen.
Wir bitten dich für alle Verzweifelten, dass sie dich erkennen und von dir Hilfe bekommen.
Mache uns mutig im Glauben und Beten.
Gib deiner Kirche und ihren Verantwortlichen den Mut, dich deutlich zu bezeugen.
Erhalte unserem Land den inneren und äußeren Frieden.
Beschütze uns vor schlechten Politikern, die uns und unserem Land schaden wollen.
Gib, dass alle die uns regieren, auf die Wehrlosen achten und Gegensätze überwinden.
Hilf uns, dein Wort zu verstehen und zu befolgen.
Lass uns mit allen Menschen gut auskommen.
Beschütze deine Kirche, besonders auch die verfolgten Christen.
Tröste die Trauernden und hilf den Kranken.
Lass die Menschen, die unter einem Dach zusammenleben, aufeinander schauen in Liebe und Vergebungsbreitschaft.
Amen
Vaterunser
Segen:
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, + der Sohn und der Heilige Geist.
Amen
Lied:
EG 421 (Verleih uns Frieden gnädiglich)


